Herren 1 - Gelungener Start im neuen Jahr

 

Dachau Spurs

Das Spiel war noch keine drei Minuten alt, als Igor Jurakic seine erste Auszeit nahm. Das, was er bis dahin von seiner Mannschaft gesehen hatte, konnte den Coach der Dachau Spurs nicht zufriedenstellen. Denn die präsentierte sich zum Rückrundenauftakt der 2. Regionalliga gegen den TSV Weilheim zunächst ziemlich neben der Spur. Ungewohnte Pass- und Fangfehler waren da zu sehen, falsche Entscheidungen wurden getroffen, einfache Korbleger danebengesetzt, Freiwürfe nicht getroffen. Die Weihnachtspause schien den Basketballern des TSV 1865 Dachau gar nicht gut getan zu haben.

Jurakic redete in der Auszeit auf seine Truppe ein, doch bitteschön die Konzentration etwas zu erhöhen. Zunächst allerdings vergeblich, denn die „Pleiten-Pech-und-Pannen“-Serie setzte sich im ersten Viertel munter fort. Allerdings ging es den Weilheimer Gästen da nicht besser, deren Coach Darryl Millwood keine drei Minuten später seinerseits zur Auszeit bat, weil sein Team ebenfalls keinen Offensivrhythmus fand.

Dass die Spurs nach den ersten zehn Spielminuten knapp mit 23:18 vorne lagen, dafür konnten sie sich hauptsächlich bei Steffen Haberland bedanken. Denn im Gegensatz zu seinen Mitspielern war der Forward der 1865er hellwach und hochkonzentriert und nutzte nahezu jedes Anspiel – ob unter dem Korb oder hinter der Dreipunktelinie – zu einem Korberfolg. 15 Punkte sammelte Haberland allein in den ersten zehn Spielminuten – fast so viel wie die gesamte Weilheimer Mannschaft.

Die Galavorstellung von Steffen Haberland war aber offenbar ansteckend, denn im zweiten Viertel lief es dann endlich auch bei seinen Mitspielern deutlich runder. Angetrieben vom quirligen Aufbauspieler Sam Scheurich, hebelten die Dachauer nun immer häufiger mit viel Zug zum Korb und uneigennützigem Passspiel die Weilheimer Defensive aus. Mit einem zwischenzeitlichen 15:2-Lauf (16. bis 19. Minute) schufen die Spurs noch vor der Pause klare Verhälntnisse.

Als dann Steffen Haberland mit seinen „Dreiern“ Nummer fünf, sechs und sieben die ersten neun Punkte der Spurs in der zweiten Halbzeit einsammelte, sorgte das nicht nur für Begeisterungsstürme bei den Spurs-Fans auf der Tribüne, sondern auch schon für die Vorentscheidung. Die 65er spielten nun wie aus einem Guss, die holprige Anfangsphase war längst vergessen. Mit einem erneuten 11:0-Lauf schraubten sie die Führung auf 30 Zähler (70:40/26.). Die Weilheimer wehrten sich nun gegen die drohende Klatsche mit allzu ruppigen Mitteln, was von den Unparteiischen mit vielen Foulpfiffen geahndet wurde. Doch auch an der Linie waren die Dachauer nun sehr sicher, Sam Scheurich und Johannes Schwarz verwandelten allein in diesem dritten Viertel zehn Freiwürfe.

Im Schlussviertel ließen die Dachau Spurs dann in der Verteidigung etwas die Zügel schleifen, zudem wechselte Jurakic munter durch. So blieb es letztlich beim zuvor erspielten Vorsprung. „Aber mit einem 30-Punkte-Sieg muss man schon zufrieden sein“, fand der Spurs-Coach, zumal er neben Ole Fischer kurzfristig auch noch den Ausfall seines Topscorer Corni Glück (Sehnenreizung im Knie) kompensieren hatte müssen.

Sein Weilheimer Pendant Darryl Millwood machte den Basketballern des TSV 1865 hinterher noch ein dickes Kompliment: „Für mich ist Dachau die spielerisch beste Mannschaft in der 2. Regionalliga, noch vor den Bayern und den Nördlingern!“

Dachau Spurs – TSV Weilheim 99:70 (23:18/50:36/77:46)

Spurs: Steffen Haberland 36 (7), Johannes Schwarz 13, Matheus Holderer de Vasconcelos 13, Sebastian Wolf 12, Sam Scheurich 10, Tilman Bondzio 9 (3), Manu Prediger 3, Paul Bruch 2, Flo Widmann 1, Tassilo Matthes.

(Torge Wester)