Arbeitssieg zum Rückrundenstart

 

Dachau Spurs
Kein wirklich gutes Spiel gemacht und am Ende dennoch klar gewonnen – die Dachau Spurs zeigen in dieser Saison ganz neue Qualitäten. Gegen den Vorletzten aus Leitershofen/Stadtbergen taten sich die Basketballer des TSV Dachau 1865 drei Viertel lang mehr als schwer, um schließlich noch deutlich mit 91:75 (42:36) die Oberhand zu behalten.

Die Gäste aus dem Schwabenland profitierten schon zu Beginn von einigen fahrigen Aktionen der Hausherrn und gingen erst einmal schnell 9:2 und 12:4 in Führung. Die erste Fünf der Spurs wollte nicht so recht in Schwung kommen, die Würfe wollten nicht fallen, die Pässe wurden abgefangen, das Zusammenspiel in der Offensive ließ Wünsche offen.
Nach fünf Minuten entschloss sich Dachaus Coach Igor Jurakic zu einer höchst ungewöhnlichen Maßnahme: Er wechselte die Startformation komplett aus. 

Und das zeitigte tatsächlich den gewünschten Erfolg: Die „zweite Fünf“ machte es deutlich besser als die Kollegen zuvor. Das Umschaltspiel von Defensive auf Offensive klappte nun besser, zudem erlaubten sich Toni Rados, Bojan Stojanovic, Thibaut Munier, Akin Arpac und Steffen Haberland deutlich weniger Ballverluste als die Kollegen vorher. Mit einem 15:4-Zwischenspurt übernahmen die 1865er das Kommando.  
  
Die Spurs schienen allmählich ihren Rhythmus zu finden. Zwar erhöhte sich in der Folge wieder die Fehlerquote im Angriff, konnten die Leitershofer immer wieder bei Passstaffetten dazwischengehen. Doch zumindest in der Verteidigung arbeiteten die Gastgeber nun zunehmend besser zusammen und waren auch im „Eins-gegen-Eins“ nur noch selten zu bezwingen.

Wie schnell sich das Blatt im Basketball wenden kann, das erlebten die Spurs, als sie kurz vor der Halbzeit die Zügel ein wenig lockerer ließen und gedanklich wohl schon in der Pause waren. Gerade noch komfortabel in Führung (42:28/19.), stand zur Pause noch ein mageres 42:36 für den Hausherrn auf der elektronischen Anzeigetafel.

Die Schwaben ließen sich auch nach Wiederbeginn nicht abschütteln, und als der junge Rückraumspieler Niklas Moosrainer mit drei erfolgreichen „Dreiern“ innerhalb von zwei Minuten sogar den Ausgleich schaffte (53:53/27.), schien alles auf eine enge Kiste hinauszulaufen.
Würden die Jurakic-Schützlinge wie im Hinspiel am Ende noch das Spiel aus der Hand geben? Dank einiger entschlossener Aktionen von Corni Glück und Manu Prediger – die beiden an diesem Tag besten Spurs erzielten zusammen 40 Punkte – setzte sich der Favorit vor der letzten Viertelpause aber wieder etwas ab. Und im Schlussabschnitt machte sich dann einmal mehr die „tiefe Bank“ der Spurs bezahlt. Igor Jurakic setzte alle elf zur Verfügung stehenden Akteure fleißig ein. Und so hatten die Dachauer in den letzten zehn Spielminuten die frischeren Beine und machten alles klar.
TSV-Präsident Wolfgang Moll hatte schon zur Pause prophezeit: „Das wird heute ein Arbeitssieg, ich bin sicher!“ und sollte recht behalten. Spurs-Trainer Igor Jurakic war seinerseits „nicht überrascht“, dass der Motor in seinem Team noch ein wenig stotterte nach der langen Pause. Gerade nach dem Testspiel in Vilsbiburg unter der Woche hatte er aber gehofft, dass seine Mannschaft schon wieder einen besseren Rhythmus haben würde.

Dachau Spurs – BG Leitershofen/Stadtbergen 91:75 (22:18/42:36/ 62:56)
Spurs: Corni Glück 22 (3), Manu Prediger 18, Sebastian Wolf 15, Thibaut Munier 10 (2), Toni Rados 7 (1), Steffen Haberland 6, Akin Arpac 6, Sam Scheurich 2, Bojan Stojanovic 2, Tassilo Matthes 2, Paul Bruch 2.