Ein hartes Stück Arbeit in Weilheim

 

Dachau Spurs

Weilheim war die erwartet größere Hausnummer als Leitershofen: Nach einer schwachen ersten Hälfte mussten die Dachau Spurs nach der Pause schon mächtig aufdrehen, um sich in der 2. Regionalliga einen 84:76 (36:46)-Sieg im Voralpenland zu holen.
Die Weilheimer hatten sich gegen Dachau ein einfaches Rezept für die Offensive überlegt: „Cut and Fill“ nennt man das im Basketball, was die Hausherrn konsequent durchzogen. Das bedeutet nichts anderes als nach einem Pass vor seinem Gegenspieler in Richtung Korb zu „ziehen“ (Cut), um möglichst den Ball in Korbnähe wieder zu erhalten. Wenn nicht, füllt (Fill) ein Mitspieler die freigewordene Lücke einfach auf, bekommt den Ball, und das Spielchen geht von neuem los.
„Die haben das gut durchgezogen, wir haben mit unserer Mannverteidigung keinen richtigen Zugriff bekommen und zu viele Punkte kassiert“, sagt Spurs-Coach Igor Jurakic.
30:19 führten die Gastgeber nach zehn Minuten – die rund 200 heimischen Fans waren begeistert, feuerten ihr Team bei jeder gelungenen Aktion frenetisch an. „Das war schon einer kleiner Hexenkessel in Weilheim“, staunte der Dachauer Trainer. Im zweiten Viertel stellte sich seine Mannschaft dann in der Defensive zwar etwas besser auf das Cut and Fill ein, das reichte aber nicht für einen Umschwung. Gegen die zupackende Weilheimer Raumverteidigung suchten die 1865-Basketballer oft zu ungeduldig den Abschluss.
Zur Halbzeitpause führte Weilheim deshalb nicht unverdient klar mit zehn Punkten Differenz (46:36). Es musste sich aus Sicht der Spurs etwas ändern.
Dafür sorgte deren Coach: „Wir haben von Mann- auf Zonenverteidigung umgestellt.“ Der Schachzug funktionierte, die Weilheimer kamen mit der Raumverteidigung der Dachauer überhaupt nicht zurecht – und wurden überrumpelt: Die Spurs holten sich nun einen Ballgewinn nach dem anderen und schalteten schnell auf Offensive um, eine der großen Stärken des Teams heuer. Innerhalb von vier Minuten glichen die Gäste dank eines 12:2-Zwischenspurts aus (48:48), das Spiel war wieder offen. Mit der Zonenverteidigung klappte auch die Reboundarbeit deutlich besser, Weilheim kam nun praktisch nicht mehr zu zweiten Wurfchancen.
Angetrieben von Wirbelwind Sam Scheurich holten sich die 1865er dieses Viertel mit 29:10 und führten nun ihrerseits vor den letzten zehn Minuten deutlich mit 65:56.
Und im Schlussabschnitt hielten die Spurs Weilheim auf Distanz. „Sicher fühlen konnten wir uns zwar nie“, sagt Igor Jurakic. „Aber jedesmal, wenn sie drohten, uns auf den Leib zu rücken, hatten wir die richtigen Antworten.“ In einem von beiden Seiten sehr körperbetont geführten Spiel ahndeten die Unparteiischen 48 Fouls, die Weilheimer sammelten davon 27 an, darunter zwei unsportliche. 

TSV Weilheim – Dachau Spurs 76:84 (30:19/46:36/56:65)


Spurs: Matheus Holderer de Vasconcelos 19 (1), Corni Glück 17, Toni Rados 16 (1), Sebastian Wolf 9, Sam Scheurich 7, Bojan Stojanovic 4, Manu Prediger 3, Tim Samanski 3 (1), Tassilo Matthes, Paul Bruch.