7.Sieg in Folge!

 

Dachau Spurs

IEs lief nicht alles nach Wunsch, doch die Dachau Spurs scheinen mittlerweile so gefestigt, dass sie kaum noch etwas aus der Bahn werfen kann. Die Basketballer des TSV 1865 Dachau holten sich am Samstagabend in der Jahnhalle das Verfolgerduell in der 2. Regionalliga und schlugen den TSV Wolnzach am Ende sicher mit 75:63 (44:38).

Dass die Spurs am Ende dieses Abends letztlich derart souverän den siebten Sieg in Folge feiern würden, danach sah es zunächst ganz und gar nicht aus. Schon die Vorzeichen waren nicht günstig. So stand mit Johannes Schwarz ausgerechnet einer jener Spieler nicht zur Verfügung, der gegen die Wolnzacher erfahrenen Langen, Peter Maischak und Valerian Zenk, hätte dagegenhalten können.

Und zu Spielbeginn fehlte zu allem Überfluss auch noch Matheus Holderer de Vasconcelos. Der U16-Coach bestritt mit seiner Mannschaft ein Auswärtsspiel in München-Solln und verspätete sich. Er sollte sogar erst am Ende des ersten Viertels in der Jahnhalle einlaufen – im wahrsten Sinne des Wortes.

Spurs-Coach Igor Jurakic schickte, aus der Not geboren, eine kleine Formation aufs Feld – und die tat sich mehr als schwer gegen die Hallertauer. Vorne wollten die Würfe nicht fallen, und hinten hatten Steffen Haberland und Manu Prediger alle Hände voll zu tun gegen die Wolnzacher „Kanten“. Es brach bereits die fünfte Spielminute an, als bei den Spurs immer noch kein einziger Punkt auf der Habenseite stand – die Gäste führten 10:0. Daran hatte auch eine frühe Auszeit von Igor Jurakic nichts ändern können.

Doch der 1865- Coach hatte an diesem Abend noch ein Ass im Ärmel, und diese Karte zog er nun: er wechselte Milan Keser ein. Der 36-jährige Bosnier sitzt normalerweise in zivil als Assistenzcoach neben Jurakic, hatte aber wegen des Fehlens von Schwarz das Trikot übergezogen.

Kaum war Keser auf dem Feld, brach der Bann bei den Spurs. Gleich mit seiner ersten Offensivaktion setzte sich der Zwei-Meter-Mann unter dem Korb durch und bekam nach einem Foul von Maischak noch einen Bonus-Freiwurf zugesprochen, den er ebenfalls verwandelte. Keser punktete, verteidigte, reboundete, als wäre er nie weggewesen. Als er zu Beginn des zweiten Viertels schließlich seinem Coach signalisierte, er könne eine Pause brauchen, lag seine Mannschaft in Führung – Steffen Haberland, Julius Glück und Ole Fischer hatten sich ein Beispiel am Assitenzcoach genommen und gepunktet.

Inzwischen war auch Holderer de Vasconcelos eingetroffen und hatte sich kurz aufgewärmt. Er durfte nun Keser ablösen und knüpfte sofort da an, wo er in den letzten Spielen aufgehört hatte. „Er war unser bester Spieler“, sollte Igor Jurakic nach dem Spiel sagen.

Die Spurs zeigten nun das, was sie zuletzt so ausgezeichnet hatte: Leidenschaftliche Defensive und schnelles Umschalten in den Angriff. Die beiden Aufbauspieler Sam Scheurich und Ole Fischer gaben den Rhythmus vor, standen teilweise gleichzeitig auf dem Feld.

Gegen die harte Wolnzacher Defensive fanden zwar nicht so viele Würfe wie sonst ihr Ziel, doch es reichte, weil es die 1865er schafften, die beiden wichtigsten Vorgaben der Coaches in diesem Spiel umzusetzen. Neben der Kontrolle der beiden erfahrenen Innenspieler lautete die Devise, dem bestem „Dreier“-Team der Liga möglichst wenig offene Distanzwürfe zuzugestehen. Unermüdlich und mit großem Laufpensum stopften die Spurs jede Lücke und wurden dafür reich belohnt: „Wir haben heute nur 9 von 35 Dreipunktewürfen getroffen, das war der Knackpunkt“, seufzte Wolnzachs Coach Mike Urban. Ein wenig haderte er auch mit der Linie der Unparteiischen, die gegen sein Team 29 Fouls und gegen Dachau nur deren 20 verhängt hatten. Den Dachauer Erfolg erkannte er aber neidlos an und gratulierte: „Ihr habt’s schon eine geile Truppe!“ TORGE WESTER

Dachau Spurs – TSV Wolnzach 75:63 (17:15/44:38/61:53)

Spurs: Ole Fischer 20 (5), Matheus Holderer de Vasconcelos 13, Julius Glück 11 (1), Sam Scheurich 10 (1), Milan Keser 9, Steffen Haberland 8 (2), Manu Prediger 2, Corni Glück 2, Tassilo Matthes, Tilman Bondzio, Sebastian Wolf.

(Torge Wester)