Newsletter 14/2017


Zu fünft einen Zittersieg erkämpft

 

Es war ein Spiel, das viele Geschichten schrieb. Ein Spiel mit einem grandiosen Happy-End für die Dachau Spurs, die mit 96:95 gegen Slama Jama Gröbenzell gewannen. Ein verrücktes, atemberaubendes Spiel, das allen Beteiligten und Zuschauern noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Die letzte Aktion dieses Derbys setzt Julius Glück. Der 16-Jährige ist unter dem eigenen Korb umringt von drei Gröbenzellern. Doch der Youngster im Spursteam springt am höchsten von allen, angelt sich nach einem Fehlwurf des Gegners den Ball fast auf Ringniveau und gibt ihn danach nicht mehr her. Bruchteile von Sekunden später ertönt die Schlusssirene, und Julius Glück wird jetzt nicht mehr von gegnerischen, sondern von den eigenen Spielern umringt, die ihren jungen Matchwinner unter sich begraben. Er ist an diesem Abend indes nicht der einzige, der diesen Titel verdient hat.
Es war zunächst einmal ein Spiel, dem die Schiedsrichter ihren Stempel aufdrückten. In einem kampfbetonten, aber höchst fairen, ja fast schon freundschaftlich ablaufenden sportlichen Vergleich rätselten Zuschauer, Coaches und Beteiligte, was in die beiden Unparteiischen gefahren war, die von der ersten Minute auf Konfrontation gingen und ein Technisches Foul nach dem anderen verhängten. Jede noch so kleine Geste, jeder Blick, jedes Wort schien die dünnhäutigen Unparteiischen zu reizen. Unrühmlicher Höhepunkt war die 17. Spielminute, als nach einem Allerweltsfoul die beiden besten Spieler der beiden Teams, Lion Gorgas von Gröbenzell und Caleb Willis von den Spurs, grundlos mit dem jeweils zweiten Technischen Foul bedacht und damit der Halle verwiesen wurden – das Spiel war seiner Protagonisten beraubt.
Nächster Leidtragender so manch rätselhafter Schiedsrichterentscheidung war Manu Prediger. Er beging in der letzten Szene der ersten Hälfte nach Meinung der Unparteiischen bereits sein fünftes Foul und war damit auch raus. Spurs-Coach Werner Mühling war fassungslos. Zur Halbzeitpause war sein Team auf sechs einsatzfähige Spieler zusammengeschrumpft.
Doch Mühling schwor sein Team ein, dass auch mit sechs Spielern ein Erfolg möglich sei – und sollte recht behalten. Die Gastgeber lieferten sich nun einen bravourösen Kampf mit den ambitionierten Slama Jamas. Beide Teams ließen sich auch von der seltsamen Linie der Referees nicht mehr aus dem Konzept bringen, die am Ende in einem fairen Spiel zwei unsportliche und sieben technische Fouls, zwei Disqualifikationen sowie insgesamt 53 Fouls verhängt hatten.
Es war ein offener Schlagabtausch, zwar behaftet mit vielen Ballverlusten auf beiden Seiten, aber mit großem Einsatz geführt. Für Dachau kam es sogar noch schlimmer, als sich Camdal ebenfalls mit fünf Fouls verabschiedete (33.). Jetzt blieben nur Julius und Corni Glück, Sebastian Hufgard, Karol Firek und Akin Arpac übrig.
Besonders Arpac drehte aber nun auf, ackerte in der Defensive, holte Rebound um Rebound und war vorne von keinem Gröbenzeller zu stoppen. Mit 33 Punkten stellte der Dachauer Forward die Bestmarke in diesem Spiel auf und war letztlich der eigentliche Matchwinner.
Dass die Dachauer dieses Spiel zu fünf beendeten, grenzte im Übrigen an ein Wunder: Vier der fünf Akteure auf dem Feld hatten am Ende vier Fouls auf dem Konto.
Zweimal setzte sich das wackere Spurs-Häuflein im letzten Viertel ab (84:74/33. und 92:84/37.). Doch Gröbenzell kam jedesmals wieder heran. Den letzten und damit siegbringenden Korb für die 1865er machte, wie anders konnte es sein, Akin Arpac.
Als die Gäste im Gegenzug scheiterten, lagen sich die Dachauer in den Armen. Und auch die ausgeschlossenen Willis und Gorgas kehrten zurück. Sie hatten die zweite Hälfte einträchtig miteinander in einem Nebenraum zugebracht.

Dachau Spurs – Slama Jama Gröbenzell 96:95 (21:17/44:47/ 71:68)
Spurs: Akin Arpac 33 (1), Corni Glück 19 (2), Karol Firek 12 (1), Caleb Willis 12 (1), Sebastian Hufgard 8, Manu Prediger 6, Julius Glück 4, Serkan Camdal 2.

(Torge Wester)