Spurs in Freising

 

Dachau Spurs

Auf dem Papier ist die Favoritenrolle am Samstag klar verteilt, wenn die Dachau Spurs beim TSV Jahn Freising zum Punktspiel in der 2. Regionalliga antritt. Und doch verspricht das Derby ein Basketballspiel mit hohem Unterhaltungswert – und offenem Ausgang – zu werden.

Die Papierform spricht natürlich klar für die Korbjäger von der Dachauer Jahnstraße, die mit zwölf Siegen bei sechs Niederlagen den dritten Tabellenplatz in der 2. Regionalliga belegen, während die Domstädter mit einem 4:14- Quotienten auf dem vorletzten, dem zwölften Rang liegen. Das würde den Abstieg in die Bayernliga bedeuten, wenn es so bliebe.

Doch die Freisinger haben sich noch nicht aufgegeben. Beim 60:65 in Passau ließen sie schon aufhorchen, um dann am vergangenen Spieltag sensationell mit 88:80 bei DJK SB München zu gewinnen. Damit haben die Freisinger die Rote Laterne an Schrobenhausen abgegeben und wieder Mut gefasst.

Ausschlaggebend für den Sieg und die neue Zuversicht war der zweite Trainerwechsel in dieser Saison. Zur Weihnachtspause hatte zunächst Roland Sovarzo (auch schon einmal Trainer der Spurs vor einigen Jahren) Denis Rühmann abgelöst, der das Zepter freiwillig aufgrund von studienbedingter Belastung abgegeben hatte. Doch Sovarzo musste nach nur wenigen Wochen schon wieder gehen, in „beiderseitigem Einvernehmen“, wie es hieß.

Abgelöst wurde Roland Sovarzo von einem Mann, auf dem nun alle Hoffnungen ruhen: Holger Prote. Der neue Coach, der seine Karriere als Basketballer dereinst in Freising begonnen hatte, hatte nach zehn höchst erfolgreichen Jahren im vergangenen Sommer den Head-Coaching-Job bei den Baskets aus Vilsbiburg an den Nagel gehängt. Als jetzt der Anruf aus Freising kam, zögerte er nicht lange und sagte zu.

Und „Mister 100 Prozent“ machten den Freisingern Beine. Die Intensität im Training und im Spiel ist deutlich gestiegen, insbesondere in der Verteidigung wird nun mit einer Ganzfeldpressdeckung hart gearbeitet. Und auch verbal geht es voll zur Sache. Man habe „Blut geleckt“, steht da auf der Freisinger Internetseite zu lesen, und dass die Spurs „das nächste Opfer des Freisinger Rachefeldzugs“ würden.

Das Derby am Samstag (18.30 Uhr) in der Freisinger Luitpoldhalle verspricht also ein interessantes Kräftemessen, zumal die Freisinger in den vergangenen Jahren gerade gegen Dachau fast stets über sich hinauswuchsen.

 

(Torge Wester)