Spurs mit Sieg in Freising

 

Dachau Spurs

Jahn Freising hatte alles mobilisiert. Der Tabellenvorletzte war gegen die Dachau Spurs nicht nur mit einem neuen Coach, sondern auch mit zwei reaktivierten Routiniers angetreten. Eine Halbzeit lang sah es so aus, als würden die Domstädter damit Erfolg haben. Doch mit einer beeindruckenden Steigerung nach der Pause drehten die 1865-Basketballer das Spiel in der 2. Regionalliga noch und gewannen 72:64 (27:44).

„Ich habe die ganze vergangene Woche schon gewusst, dass das so kommen wird“, gestand Spurs-Coach Igor Jurakic nach dem hart erkämpften Erfolg in der Freisinger Luitpoldhalle. Seine Mannschaft zeigte gerade in der Verteidigung bei weitem nicht den Biss und die Galligkeit wie beim Triumph über Spitzenreiter FC Bayern in der Vorwoche. Viel zu viele Freiräume wurden den Hausherren gelassen, die sich artig dafür bedankten und ihre oft freien Würfe hochprozentig nutzten. Und wenn mal einer daneben ging, angelten sich die Freisinger einen Offensivrebound nach dem anderen.

Und auch in der Offensive hakte es gewaltig. Zwar hebelten Spurs-Spielmacher Sam Scheurich und seine Nebenleute die Ganzfeldpresse der Gastgeber routiniert aus, und auch das Passspiel gegen die Zonenverteidigung klappte nicht schlecht: Fast in jedem Angriff wurde ein gut postierter Mitspieler gefunden. Doch die besten Wurfpositionen nutzen herzlich wenig, wenn das Visier falsch eingestellt ist: Fahrkarte um Fahrkarte warfen die 1865er aus der Distanz, der Korb schien zeitweise wie vernagelt. Zur Halbzeitpause fragte sich das Dutzend Spurs-Fans auf der Tribüne angesichts eines 17-Punkte-Rückstands, wie ihr Team das noch umbiegen sollte.

Doch Jurakic fand offenbar in der Kabine die richtigen Worte. Denn seine Mannschaft kam wie verwandelt aus der Umkleide.

Die Dachauer arbeiteten jetzt in der Verteidigung mit der Leidenschaft, die sie in Durchgang eins hatten vermissen lassen. Das zeigte Wirkung, denn die Freisinger mussten sich nun jeden Punkt erarbeiten, verloren den offensiven Spielrhythmus. Der Rückstand der Spurs schmolz, beim 51:54 waren sie Ende des dritten Viertels wieder in Schlagdistanz. Es war nun buchstäblich ein Kampf auf Biegen und Brechen.

Dass die Spurs erst drei Minuten vor dem Ende das erste Mal ausglichen (61:61), war im Übrigen insbesondere ihrer weiterhin schwachen Wurfquote aus der Distanz geschuldet. Doch als es schließlich darauf ankam, fanden die 1865er gerade noch rechtzeitig ihr „Wurfhändchen“: Innerhalb von rund 90 Sekunden traf Tilman Bonzio dreimal aus gut sieben Metern Entfernung in die Reuse, und als Steffen Haberland aus der Ecke noch einen „Dreier“ draufsetzte, war der Widerstand des Tabellenvorletzten gebrochen. 

TSV Jahn Freising – Dachau Spurs 64:72 (27:13/44:27/54:51)

Spurs: Steffen Haberland 18 (2), Tilman Bondzio 12 (4), Sam Scheurich 12 (1), Manu Prediger 12, Sebastian Wolf 7, Matheus Holderer de Vasconcelos 7 (1), Julius Glück 2, Flo Widmann 2, Tassilo Matthes, Paul Bruch.

 

(Torge Wester)