Grund zum Jubeln

 

Dachau Spurs

"Da haben wir es ja nochmal richtig spannend gemacht", grinste Sam Scheurich. Der Aufbauspieler der Dachau Spurs meinte die Schlussminuten des Spiels gegen die Passau White Wolves. Die 1865-Basketballer waren gerade als 79:71 (40:26)-Sieger in diesem Regionalliga-Basketballspiel vom Feld gegangen. Und hatten ungewollt am Ende noch einmal für Nervenkitzel gesorgt.

Seit Ende des ersten Viertels hatten Scheurich und Co. stets mit einem beruhigenden zweistelligen Vorsprung geführt, doch 120 Sekunden vor der Schlusssirene stand es plötzlich nur noch 74:69 für den Gastgeber. Mit vier Treffern von jenseits der Dreipunktelinie hatten die Gäste aus Passau in diesem Schlussviertel verkürzt, waren urplötzlich noch einmal in Schlagdistanz gekommen.

Die Spurs-Fans in der Jahnhalle hielten den Atem an, als ihre Mannschaft zwischen der 36. und 39. Spielminute einen 10:1-Lauf der nie aufgebenden Passauer hinnehmen musste. Wenig später konnten sie dann doch aufatmen, als Ole Fischer mit einem gelungenen Abschluss sowie Matheus Holderer de Vasconcelos mit drei erfolgreichen Freiwurfen alles klarmachten. Im letzten Heimspiel der Saison hatten die Zuschauer noch einmal ein rasantes, von beiden Teams leidenschaftlich geführtes Basketballmatch gesehen.

Alles andere als rasant war zunächst der Auftakt gewesen. Beide Mannschaften verteidigten mit maximaler Energie, und als es nach sechs Spielminuten gerade mal 6:5 (für Passau) stand, schien alles an diesem Abend in der Jahnhalle auf basketballerische Schonkost hinauszulaufen. Dass es dann doch noch ein Leckerbissen wurde, war dem schnellen Umschaltspiel der 1865er zu verdanken. Denn Scheurich, Fischer und Co. drückten nach Ballgewinnen und Defensivrebounds in der Folge mächtig aufs Gas und suchten den schnellen Abschluss, wenn die gegnerische Defensive noch ungeordnet war. 

Mit einem 12:0-Lauf (Manu Prediger, Holderer de Vasconcelos!) zogen die Spurs Ende des ersten Viertels davon - und schauten nicht mehr zurück. Wie so oft in dieser Saison machte das flotte Umschalten von Verteidigung auf Angriff den Unterschied. Die Passauer liefen im wahrsten Sinne des Wortes hinterher und hatten das Nachsehen. 

Dachaus Coach Igor Jurakic konnte sich sogar den Luxus erlauben, alle zwölf Spieler in die Rotation zu nehmen, ohne dass seine Mannschaft den Rhythmus verlor. Im dritten Viertel wuchs der Vorsprung der 65er gar auf mehr als 20 Punkte an (52:31/25.). Doch die Gäste steckten nicht auf und belohnten sich schließlich zumindest mit einer kleinen Aufholjagd, ohne die Hausherrn aber ernsthaft in Bedrängnis zu bringen. 

Vor dem letzten Saisonspiel am kommenden Samstag in Milbertshofen ist den Dachau Spurs damit der dritte Tabellenplatz mit 16:5 Siegen nicht mehr zu nehmen - Coach Jurakic ist in seinem ersten Jahr gleich das beste Ergebnis der Spurs seit dem Abstieg aus der 1. Regionalliga gelungen.

Dachau Spurs - Passau White Wolves 79:71 (21:10/40:26/59:46)

Spurs: Ole Fischer 15 (4), Matheus Holderer de Vasconcelos 15, Manu Prediger 11 (2), Sam Scheurich 7 (1), Sebastian Wolf 6, Tassilo Matthes 6 (1), Tilman Bondzio 6 (2), Corni Glück 5, Johannes Schwarz 4, Paul Bruch 2, Julius Glück 2, Flo Widmann


 

 

(Torge Wester)