Saisonabschluss

 

Dachau Spurs

Es sollte ein schöner Saisonabschluss werden, doch die MIL Baskets hatten etwas dagegen. Kein Wunder, für die Münchner ging es um alles oder nichts, um Klassenerhalt oder Abstieg. Mit einer zupackenden Raumverteidigung und einem überragenden Ex-Spur Marco Hillebrecht in ihren Reihen schlugen die Milbertshofener die Dachau Spurs verdient mit 78:74 (40:37). Wie sich anschließend herausstellte, wären sie im Falle einer Niederlage tatsächlich abgestiegen.

Egal wer aufläuft, egal wer coacht, egal in welcher Saisonphase das Spiel in Milbertshofen stattfindet – die einzige Konstante ist: Die 1865-Korbjäger verlieren dort immer. Dachaus Coach Igor Jurakic schüttelte noch eine Weile nach der erneuten Schlappe den Kopf und rätselte, warum sein Team erneut verloren hatte. „Die Milbertshofener haben ein super Spiel gemacht“, erkannte er immerhin neidlos an.

Die 65er kämpften, hielten dagegen, hatten in Ole Fischer sogar den besten Spieler auf dem Feld in ihren Reihen, der allein acht Dreier und insgesamt 29 Punkte einnetzte. Doch das alles reichte nicht.

Einen großen Unterschied zu den bisherigen Spielen der Dachauer Basketballer gab es beim letzten Auftritt in dieser Spielzeit: Die 1865er schafften es nicht, ihren üblichen Tempo-Basketball aufzuziehen. Das lag vor allem natürlich am Gegner, der sich kaum einmal Ballverluste oder schlecht vorbereitete Abschlüsse leistete. So konnten die Spurs nicht so oft wie sonst nach Ballgewinnen oder Defensivrebounds auf Schnellangriff umschalten.

„Einfache“ Körbe zu erzielen, war also schwierig für die Spurs. Und wenn sie ihre Angriffe ausspielen mussten, taten sie sich enorm schwer gegen eine engagierte 3:2-Zonenverteidigung der Milbertshofener. Unter dem Korb konnten sie sich kaum einmal durchsetzen, einzig aus der Distanz waren die 65er gelegentlich erfolgreich.

Allen voran Ole Fischer. Der Aufbauspieler, der sein letztes Spiel im Dress der Dachau Spurs machte – er geht zurück in seine Heimat nach Hamburg –, netzte sage und schreibe acht Dreipunktewürfe ein und hielt seine Mannschaft so im Spiel. Mit 29 Punkten stellte Fischer in seinem letzten Spiel auch noch eine persönliche Bestleitung für die 65er auf.

Mit vier Dreiern beteiligte sich auch Scharfschütze Tilman Bondzio am Distanzschießen. Doch all das war nicht genug. Die Spurs kämpften sich zwar nach einem zweistelligen Rückstand wieder heran, doch immer wenn es schien, als könnten sie doch noch die Wende schaffen, kam Marco Hillebrecht: Kein Dachauer schaffte es in der Schlussphase, den früheren Kapitän der Spurs zu stoppen, der sich immer wieder unter dem Korb durchsetzte und auch seine Freiwürfe hochprozentig verwertete.

Am Ende blieb Kopfschütteln bei Jurakic und seinen Männern, die alles versucht hatten. Im Falle eines Sieges hätten sie im Übrigen Freising Schützenhilfe im Abstiegskampf gegeben, das zeitgleich bei München Basket gewann und trotzdem in die Bayernliga runter muss, während MIL den Klassenerhalt überschwänglich feierte.

MIL Baskets Milbertshofen – Dachau Spurs 78:74 (19:19/ 40:37/58:49)

Spurs: Ole Fischer 29 (8), Tilman Bondzio 17 (4), Corni Glück 7, Sebastian Wolf 6, Manu Prediger 6, Steffen Haberland 4, Sam Scheurich 3, Tasilo Matthes 2, Julius Glück, Johannes Schwarz, Florian Widmann, Paul Bruch.


 

 

(Torge Wester)