Newsletter 26/2017


Das letzte Hemd.

Dachau Spurs

Mit dem letzten Hemd präsentierten sich die Dachau Spurs beim Tabellenletzten Schanzer Baskets Ingolstadt. Doch das letzte Hemd passte: Personell extrem ersatzgeschwächt, feierten die 1865-Korbjäger in der 2. Regionalliga einen 81:73- Erfolg.

Es war eine kurzfristig zusammengestellte Not-Rumpftruppe, die sich am späten Samstagabend auf den Weg nach Ingolstadt machte. Nicht weniger als sechs Stammspieler musste Trainer Werner Mühling ersetzen, nachdem sich am Abend vor dem Spiel auch noch Corni Glück mit einer starken Erkältung abgemeldet hatte. Dass Mühling dennoch zehn einsatzfähige Spieler hatte, war zwei Umständen zu verdanken: Karol Firek (Sprunggelenk) und Johannes Schwarz (Hand) bissen die Zähne zusammen und liefen auf, obwohl sie angeschlagen waren. Und mit Erik Wester (U18), Thorben Rybarczik, Benni Gawelek und Sebastian Lange (alle zweite Mannschaft) feierten gleich vier Akteure heuer ihr Debüt in der ersten Mannschaft.
Zunächst einmal schien es, als ob die bereits als Absteiger in die Bayernliga feststehenden Ingolstädter einen Nutzen aus der Tatsache ziehen könnten, dass die Spurs in ungewohnter Zusammensetzung spielten. Abstimmungsschwierigkeiten in der Verteidigung der 65er bescherten den Schanzern in der ersten Halbzeit immer wieder offene Würfe aus der Distanz, die die Hausherrn prompt mit einer hohen Trefferquote verwerteten. Die wenigen Zuschauer in der ehrwürdigen MTV-Halle staunten nicht schlecht, als die heuer oft so chancenlosen Schanzer in Führung gingen – und erstmal blieben. Immer wieder kam ein Ingolstädter frei zum Wurf, und dass die Spurs Rückstände (3:10/2. oder 13:20/10.) stets wieder wettmachten, verdankten sie zunächst der Offensivleistung von Akin Arpac, der von den Hausherrn nicht zu halten war.
Im zweiten Viertel wurde es sogar noch deutlicher (25:34/16.), bevor ein erster Ruck durch die 1865er ging. In einer Auszeit appellierte Coach Mühling eindringlich und erfolgreich an sein Team, man möge doch den Einsatz gerade im Abwehrverhalten erhöhen und im gleichen Maße in der Offensive konzentrierter zu Werke gehen. Mit einem 18:5-Zwischenspurt holten sich die Dachauer, angeführt von Caleb Willis und Karol Firek, erstmals überhaupt in diesem Match die Führung.
Diese Führung ließen sich die Spurs in der Folge nicht mehr nehmen. Die Harmonie wuchs mit zunehmender Spieldauer, aus dem bunt zusammengewürfelten Haufen wurde eine Einheit. Zwar konnten sich die Gäste im dritten Viertel noch nicht entscheidend absetzen, doch spätestens im letzten Spielabschnitt machte sich bezahlt, dass Werner Mühling alle Spieler einsetzte. Die Dachauer machten nun einen deutlich entschlosseneren und frischeren Eindruck als ihre Gegenüber.
Sechs Minuten lang schafften es die Spurs zu Beginn des vierten Viertels, ihren Gegner bei null Punkten zu halten – mit einem 20:0-Lauf (!) wurden dem Gastgeber seine Grenzen aufgezeigt. In dieser Phase erwies sich besonders Zwei-Meter-Mann Thorben Rybarczik aus der Zweiten als Turm in der Schlacht. Er blockte gegnerische Würfe und angelte sich einen abprallenden Ball nach dem anderen. Vorne hatte nun Caleb Willis seine beste Phase, mit zwei schnellen Dreiern und einem Dunking nach eigenem Ballgewinn setzte er Ausrufezeichen. Jeder Dachauer beteiligte sich nun am munteren Scheibenschießen; vier, fünf Minuten vor dem Ende war die Vorentscheidung gefallen.

Schanzer Baskets Ingolstadt - Dachau Spurs 73:81 (20:17/ 39:43/56:59)
Spurs: Caleb Willis 32 (7), Akin Arpac 21, Karol Firek 10 (1), Johannes Schwarz 4, Tassilo Matthes 3 (1), Benni Gawelek 3 (1), Sebastian Lange 2, Thorben Rybarczik 2, Florian Widmann 2, Erik Wester 2.

 

(Torge Wester)