Dachau Spurs

Abwehrschlacht in Wolnzach

 

Einer Abwehrschlacht, egal in welcher Mannschaftssportart, können meist nur die Trainer etwas Positives abgewinnen. Jene, die sich am vergangenen Samstag in der 2. Basketball-Regionalliga in Wolnzach abspielte, hatte allerdings auch für die Zuschauer allerhöchsten Unterhaltungswert. In einem von beiden Seiten mit äußerster Entschlossenheit geführten Verteidigungskampf triumphierten am Ende die Dachau Spurs verdient mit 59:54 (37:25).

„Ich habe gar nicht gewusst, dass man ein Spiel gewinnen kann, wenn man weniger als 60 Punkte macht“, scherzte ein gut gelaunter Spurs-Coach Igor Jurakic direkt nach dem Spiel. Nach offensiven Maßstäben hatte seine Mannschaft gerade kein überragendes Spiel gemacht. „Aber lieber ein hässliches Spiel gewonnen, als ein schönes verloren“, fand der Dachauer Coach.

Dass bei den 1865ern so wenig „reinging“ an diesem Abend – die Abschlussquote aus dem Feld ließ viele Wünsche offen – war wohl zweierlei geschuldet: Zum einen der leidenschaftlichen Abwehrleistung der Hallertauer, die die Spurs allzu oft zu schwierigen Abschlüssen zwangen. Zum anderen standen die Gäste den Wolnzachern, die Arbeit vor dem eigenen Korb betreffend, in nichts nach. Und mussten wohl diesem Einsatz insofern Tribut zollen, als in der Offensive die ruhige Hand fehlte. Einzige Ausnahme an diesem Abend war Steffen Haberland, mit 19 Punkten – darunter vier Dreier – bester Scorer auf dem Feld.

Voll aufgegangen ist die vom Dachauer Trainergespann Jurakic/Keser vorgegebene und im Training unter der Woche eingeübte Defensiv-Taktik, die beiden dominanten Langen bei Wolnzach bei jedem Ballkontakt sofort zu „doppeln“, also stets einen weiteren Verteidiger abzustellen. Peter Maischak (12 Punkte) und Valerian Zenk (13) blieben so deutlich unter ihren Möglichkeiten. Und die Rückraumspieler der Hausherrn konnten die sich dadurch bietenden Freiräume zu selten nutzen, auch weil die Spurs mit großem Einsatz jedes Loch stopften, jeden Laufweg gingen, der nötig war.

Die 65er zehrten lange Zeit von einem fulminanten Auftakt und führten nahezu die gesamte Spielzeit. Lediglich Mitte des letzten Viertels konnten die Gastgeber ausgleichen und ein einziges Mal auch in Führung gehen. Doch die Spurs glichen postwendnend wieder aus und setzten sich am Ende wieder ein bisschen ab, auch weil sie stets konzentriert blieben und sich diesmal keinen einzigen „Hänger“ erlaubten.

Sie zwangen Wolnzach in der Schlussphase zu Ballverlusten und holten nun unter beiden Körben mit großem Einsatz reihenweise die Rebounds.

Als zwei Minuten vor dem Ende Wolnzachs Dreh- und Angelpunkt, Valerian Zenk, mit seinem fünften Foul vorzeitig vom Feld musste, lag sein Team sechs Zähler zurück. Und obwohl sich die Spurs nach Wolnzacher taktischen Fouls auch noch einige „Fahrkarten“ von der Freiwurflinie erlaubten, wurde es nicht mehr knapp. Denn die Hallertauer fanden kein Mittel mehr, die Abwehr der 1865er zu knacken. Die kleine Schar der mitgereisten Dachauer Fans durfte jubeln. Sie hatten ein kämpferisches Gesamtkunstwerk gesehen.

Wolnzach – Dachau 54:59 (15:20/25:37/46:48)

Spurs: Steffen Haberland 19 (4), Corni Glück 11, Sam Scheurich 8 (1), Tilman Bondzio 8, Johannes Schwarz 5, Sebastian Wolf 5, Manu Prediger 3, Karol Firek, Ole Fischer, Tassilo Matthes, Paul Bruch.