Bei DJK folgt der 8. Streich

 

Dachau Spurs

Wer hätte das vor der Saison, ja, nach dem ersten Spieltag prophezeit, dass die Dachau Spurs mit acht Siegen und nur einer Niederlage zwei Spieltage vor Ende der Vorrunde ganz oben stehen würden? Und doch ist es so. Das 90:69 (41:39) beim alten Rivalen DJK SB München war schon der achte Sieg in Folge und unterstrich die Ambitionen der 1865-Basketballer, die für das Spitzenspiel am kommenden Samstag beim punktgleichen TSV Unterhaching gerüstet zu sein scheinen.
Egal, mit welcher Aufstellung die Spurs derzeit antreten, die Mannschaft funktioniert und harmoniert prächtig. Vor der Saison hatten die 1865er ja mit Johannes Schwarz und Ole Fischer zwei absolute Topakteure verloren – und vor zehn Tagen auch noch Tilman Bondzio mit einer Bänderriss im Sprunggelenkt. Am Samstag, dem Spieltag, ereilte dann Bojan Stojanovic zum ungünstigsten Zeitpunkt Vaterfreuden, sodass der Zwei-Meter-Mann gegen seinen alten Club DJK nicht mitmachen konnte.
Doch von alldem lässt sich die Mannschaft von Coach Igor Jurakic scheinbar nicht aus dem Konzept bringen. Dieses Konzept lautet in etwa: den Gegner mit energischer Pressverteigung früh unter Druck setzen und dann überfallartig auf Schnellangriff umschalten. Das hat sich natürlich inzwischen in der Liga herumgesprochen, und doch ist es erstaunlich, wie wenig die Kontrahenten dagegen ausrichten können.
Das jüngste Auswärtsspiel folgte diesem Muster. In den Anfangsminuten ließen sich die Pasinger Frösche prompt von den flinken Spurs überrumpeln, die sich flott einen Zehn-Punkte-Vorsprung erspielten. Zuverlässigster Punktesammler bei den Spurs ist heuer Corni Glück, er lag nach diesen ersten zehn Minuten schon wieder bei acht Zählern. Doch die Verantwortung in der Offensive wird bei den Spurs auf viele Schultern verteilt, auch diesmal: Im Auftaktviertel punkteten acht verschiedene Spieler bei Dachau.
Es wird munter durchgewechselt, wie immer setzte Coach Jurakic alle Spieler – diesmal waren es elf – ein, die er in den Spielberichtsbogen eingetragen hatte. Dabei nimmt er in Kauf, dass der Motor zwischendurch mal ein bisschen stottert, aufgrund der vielen Wechsel. In diesem Spiel erlaubten sich die 65er nur einen Hänger, als sich die DJKler zwischen der 14. und 19. Minute mit einem „Dreier-Regen“ wieder heranarbeiteten. Fünfmal innerhalb von 240 Sekunden versenkten die Münchner das Leder von jenseits der Dreipunktelinie, „irgendwie haben wir uns mit einer Führung in die Pause gerettet“, sagt Jurakic.
Doch, ie gesagt, so leicht lässt sich das erfolgsverwöhnte Dachauer Team nicht aus der Ruhe bringen. In Hälfte zwei wurden die alten Kräfteverhältnisse schnell wieder hergestellt, einen großen Anteil daran hatte Manu Prediger mit elf Punkten im dritten Viertel, der von den DJKlern nicht zu halten war.
Auf der anderen Seite schafften es die Spurs trotz des Fehlens ihres Längsten, die beiden starken Center der Frösche im Team so zu bearbeiten, dass es Niklis Asante und Oliver Russ in beiden Halbzeiten zusammen auf nur 21 Punkte brachten. „Unsere Defensive hat mich heute wieder begeistert“, lobte Igor Jurakic seine Truppe.

DJK SB München - Dachau Spurs 69:90 (15:25/39:41/53:69)
Spurs: Corni Glück 23 (2), Manu Prediger 17 (2), Toni Rados 9, Matheus Holderer de Vasconcelos 8, Sebastian Wolf 6, Steffen Haberland 6, Tassilo Matthes 5 (1), Thibaut Munier 5, Sam Scheurich 4, Akin Arpac 4, Tim Samanski 3.