Spurs verlieren trotz Topleistung in Haching

 

Dachau Spurs

Spurs verlieren trotz Topleistung in Haching "Wir haben gesehen, dass die Unterhachinger schlagbar sind!" Igor Jurakic, der Coach der Dachau Spurs, ärgerte sich nicht lange über die 94:102 (44:54)-Niederlage seiner Mannschaft beim Tabellenführer.

Ganz im Gegenteil: Mit der Art und Weise, wie sich die 1865er in Unterhaching verkauften, war er sogar "hochzufrieden". Es ging erst mal sehr gut los für die Gäste aus Dachau. Die Pressdeckung über zwei Drittel des Spielfelds funktionierte und setzte den Gastgeber gleich gehörig unter Druck. Unterhaching sah sich schnell einem Zehn-Punkte-Rückstand gegenüber, ließ sich aber dadurch überhaupt nicht aus der Ruhe bringen. Im Gegenteil: Mit einer Zonenpresse konterten Niklas Kropp und Kollegen den Dachauer Lauf und arbeiteten sich schon bis Ende des Auftaktviertels wieder heran. Die Spurs setzten vieles von dem um, was sie sich vorgenommen hatten, erkämpften sich in Korbnähe sowohl in der Verteidigung als auch im Angriff klare Vorteile und schafften es auch über weite Strecken, den Topscorer der Liga, Niklas Kropp (20 Punkte), aus dem Spiel zu nehmen. Beides schuf allerdings zwangsläufig Freiräume für die anderen Unterhachinger Rückraumspieler. Und diese nutzten die sich bietenden Wurfmöglichkeiten aus der Distanz weidlich aus: "Die haben wirklich sofort von der Dreier-Linie abgedrückt, wenn sie die Möglichkeit hatten", beobachtete Jurakic. Und mit Ausnahme der Anfangsminuten trafen die Hausherren ihre Dreipunktewürfe auch hochprozentig: "Niklas haben wir super bekämpft, aber die anderen hatten Geburtstag, die haben uns von draußen gekillt", umschreibt Jurakic das Szenario.

Zur Pause hatten sich die Hachinger mit ihren hochprozentigen Abschlüssen eine zweistellige Führung erspielt, hatten sich mit 32:21 das zweite Viertel geholt. Und als der Spitzenreiter vor dem vierten Viertel immer noch klar mit 79:64 führte, schien das Spiel, das hohen Unterhaltungswert aufwies, gelaufen. Und doch hatten sich die Unterhachinger Fans zu früh gefreut. Denn die nie aufsteckenden Spurs kamen noch einmal heran. Wie schon so oft in dieser Saison machte sich der tiefe Kader bezahlt. Igor Jurakic setzte wieder alle zwölf eingetragenen Spieler ein, sodass er auch im Schlussviertel eine frisch wirkende Fünf auf dem Feld hatte. Nicht nur, dass sein Team die letzten zehn Minuten für sich entschied, die 1865er kamen sogar noch mal in Schlagdistanz: Vier Minuten vor dem Ende führte Unterhaching plötzlich nur noch mit zwei mageren Zählern, 88:86, die Sensation lag in der Luft. Doch zum einen setzte sich die individuelle Klasse des Aufsteigers schließlich durch, zum anderen endete dieser Dachauer Lauf durch eine "etwas unglückliche Entscheidung der Schiedsrichter", wie Jurakic freundlich ein gegen seinen Spielmacher Toni Rados verhängtes unsportliches Foul umschrieb, in dessen Folge die Gastgeber aus der Zwei- wieder eine Sechs-Punkte-Führung vier Minuten vor Schluss machten.

Davon erholten sich die 65er nicht mehr. "Trotzdem: überhaupt kein Vorwurf an die Mannschaft, die 100 Prozent gegeben hat", sagt Jurakic. "Wir haben all das, was wir uns vorgenommen haben, auch umgesetzt und gezeigt, dass wir in derselben Liga spielen können. Unterhaching hat einfach alles getroffen!"

 

TSV Unterhaching - Dachau Spurs 104:92 (22:23/54:44/79:64) Spurs: Corni Glück 21 (3), Sebastian Wolf 16, Toni Rados 12 (2), Manu Prediger 10 (1), Akin Arpac 10 (1), Tassilo Matthes 6, Sam Scheurich 4 (1), Tim Samanski 4, Bojan Stojanovic 4, Thibaut Munier 3 (1), Steffen Haberland 2, Paul Bruch.