Deutlicher Sieg gegen DJK München

 

Dachau Spurs

Nach der Schlusssirene stand das Dutzend Dachauer Fans geschlossen auf und klatschte, ja: hörte gar nicht mehr auf zu klatschen. Auf dem Spielfeld verabschiedeten sich die Mannschaften voneinander, schüttelten den Unparteiischen die Hände, es dauerte, bis sich die Spurs wie immer nach den Spielen ihren Fans zuwandten, um sich für die Unterstützung zu bedanken. Da klatschten die euphorisierten Dachauer Fans noch immer. Sie klatschten und klatschten, denn sie waren gerade Zeuge eines denkwürdigen Basketballabends geworden. Ihre Mannschaft war über den heimischen DJK SB München geradezu hinweggerollt, hatte mit 91:56 (41:22) beim Tabellennachbarn den höchsten Sieg in dieser Regionalliga-Spielzeit gefeiert.

Angetrieben von Aufbauspieler Sam Scheurich, legten die 1865-Korbjäger einen furiosen Start hin. Gegen die laufintensive Verteidigung der Dachauer verloren die Pasinger „Frösche“ immer wieder den Ball oder kamen nur zu bedrängten Abschlüssen. Und trotz der größenmäßigen Nachteile holten sich die 1865er an diesem Abend unter dem eigenen Korb nahezu jeden Abpraller – um dann stets zügig auf Angriff umzuschalten. Gerade mal acht Pünktchen gelangen dem Tabellennachbarn aus München im ersten Spielviertel gegen diese leidenschaftlich verteidigenden Spurs. Schnell wurde der 65er-Vorsprung zweistellig.

Und die Pasinger sollten sich an diesem Abend nicht mehr davon erholen. Bis auf eine zwei-, dreiminütige Phase Mitte des zweiten Viertels schafften es die Gäste aus Dachau das kämpferische und spielerische Niveau durchgehend extrem hoch zu halten. Das Trainergespann Igor Jurakic/Milan Keser wählte erneut eine tiefe Rotation, setzte alle elf eingetragenen Spieler ein. So wirkten die fünf Spurs auf dem Spielfeld immer ein wenig frischer, spritziger als ihre Kontrahenten. 

Eine Augenweide war auch die bestens organisierte und höchst engagierte Zonen-Pressverteidigung ihrer Mannschaft. Über zwei Drittel des Spielfelds wurden die Hausherrn immer wieder dermaßen unter Druck gesetzt, dass ihnen spätestens ab Mitte des zweiten Viertels jeglicher Spielfluss und Rhythmus abhanden kam.

Und mit Fortdauer des einseitigen Spiels verkrampften die Frösche auch immer mehr, trafen selbst freie Distanzwürfe nicht mehr. „DJK hat heute eine unterirdische Wurfquote gehabt“, fand auch Jurakic später. „Schuld“ daran war allerdings seine Mannschaft.

Schwer, jemanden hervorzuheben. Vielleicht noch Ole Fischer, der zusammen mit dem anderen Ex-DJKler Sam Scheurich an alter Wirkungsstätte famos auftrumpfte. Oder Manu Prediger, der immer besser in Schwung kommt. Oder Topscorer Steffen Haberland, der aus allen Lagen traf. Jedenfalls aber Corni Glück, der Minuten vor dem Ende für das Highlight des Tages sorgte, als er unwiderstehlich an seinem Verteidiger vorbeizog, über die Mitte zum Korb hochstieg und den Ball mit einem krachenden Dunking in den Korb stopfte – Mitspieler und Fans waren endgültig aus dem Häuschen. Ein denkwürdiger Basketballabend hatte das i-Tüpfelchen bekommen.

DJK SB München – Dachau Spurs 56:91 (8:21/22:41/38:68)

Spurs: Steffen Haberland 19 (2), Corni Glück 16, Manu Prediger 16 (2), Ole Fischer 12 (2), Johannes Schwarz 10, Sam Scheurich 5 (1), Tilman Bondzio 4, Sebastian Wolf 4, Tassilo Matthes 3, Julius Glück 2, Erik Wester.

(Torge Wester)